Im Rahmen unseres Projektes suchen und sammeln wir für unseren Landkreis typische, alte Lokalsorten.
Auf dieser Seite findet Ihr nach und nach (wieder-) entdeckte regionale Obstsorten, alte „Mühldorfer Urgewächse“ und schließlich eine Sortenliste empfehlenswerter Streuobstsorten für den Landkreis Mühldorf.
Außerdem informieren wir Euch über „Gemeinde-Obstanger“ und öffentlich zugängliche „Entdecker-Streuobstwiesen“, welche im Zuge unseres Projektes entstanden sind.
Immer wieder einmal reinschauen lohnt sich!
Haben Sie selbst eine alte Streuobstrarität in Ihrer Streuobstwiese? Wir freuen uns über jede Meldung!

Streuobstsorten-Portraits – „Heimatsorten“
Hier stellen wir euch nach und nach landkreistypische Streuobstsorten in einem kurzen Obstsortenvideo bzw. einem Obstsortenportrait vor, welche wir im Rahmen unseres Projektes (wieder-) entdecken konnten bzw. welche sich in unserem Landkreis seit Jahrzehnten etabliert haben und empfehlenswert sind.
Verwendung:
Frischverzehr, Backen, Einmachen (Kompott), Obstbrand
Pflückreife:
ab Mitte August
Besonderheiten:
Die Schönberger Zwetschge ist eine echte „Mühldorferin“. Die Traditionssorte, eine Verbesserung der Hauszwetschge, wurde 1909 von Pfarrer Josef Heiler und Baumwart Gerlinger in der Gemeinde Schönberg im Landkreis Mühldorf im dortigen Pfarrgarten kultiviert und nach dem 2. Weltkrieg schließlich offiziell unter dem Namen „Schönberger Zwetschge“ in die Gesamtliste der Obstsorten des Bundessortenamtes (BSA) aufgenommen.
Die Schönberger Zwetschge wächst in ihrer Jugend sehr rasch und stark und bildet eine auffallend breite und flache Krone aus. Sie stellt nur geringe Ansprüche an Boden, Klima und Lage und kommt auch mit raueren Lagen klar, mag aber gerne einen warmen, sonnig bis halbschattigen Standort mit nährstoffreicher, durchlässiger Erde. Sie ist kaum anfällig für Krankheiten und Schädlinge und als selbstfruchtbare Sorte auch für den Hausgarten sehr gut geeignet. Ihr Leben lang trägt sie reichlich und regelmäßig ihre aromatischen Früchte.
Auch unsere heimischen Tiere wie der Siebenschläfer wissen die Früchte zu schätzen. Der kleine Bewohner unserer Streuobstwiesen frisst sich an den süßen Früchten seine Fettreserven an, die er für seinen langen Winterschlaf dringend benötigt.
Hier findet ihr unser YouTube-Video zur Heimat-Streuobstsorte „Schönberger Zwetschge“
„Mühldorfer Urgewächse“
Hier sammeln wir für Euch die ältesten, größten, astlochreichsten, krummsten und beeindruckendsten Obstbaumraritäten unseres Lankreises mit ihren Geschichten.

Apfelbaum von Oberbonbruck
(Markt Buchbach)
Auf einer privaten Streuobstwiese bei Oberbonbruck in der Gemeinde Buchbach steht an einem Waldrand dieser große Apfelbaum mit einem stattlichen Stammfußumfang von zwei Metern. Er wurde vermutlich um 1950 nach dem Krieg vom Vater der heutigen Eigentümerin gepflanzt, da man relativ wenige Obstbäume hatte. Damals wurde die Pflanzung von Unterlagen über ein Programm gefördert. Das Veredeln der Bäume übernahm der Vater selbst, nachdem er sich das Wissen dazu über einen Kurs angeeignet hatte. Immer wenn er an eine Hofstätte mit Streuobstbäumen kam, bat er um einen Apfel zur Kostprobe. Sagte ihm der Geschmack zu, nahm er sich ein paar Reiser mit, um die Sorte auf die Unterlagen der eigenen Streuobstwiese zu veredeln. Dabei war es früher gang und gäbe, dass durchaus mehrere Sorten auf einen Baum veredelt wurden. Unser Apfelbaum trägt daher auch mindestens zwei verschiedene Apfelsorten. Eine davon ist der Jakob Fischer Apfel, eine Apfelsorte, die im Landkreis Mühldorf weit verbreitet ist und daher als landkreistypische Sorte angesprochen werden kann.

Birnbaum von Eberharting
(Gemeinde Lohkirchen)
Eines unserer ersten „Mühldorfer Urgewächse“, das wir euch vorstellen möchten, ist der als Naturdenkmal (ND) geführte, alte Birnbaum bei Eberharting in der Gemeinde Lohkirchen. Unmittelbar an der Straße, etwas unscheinbar an einem Waldrand, steht der alte Baum auf der gegenüber liegenden Straßenseite in direkter Nachbarschaft zur Filialkirche St. Nikolaus, einem historischen Kirchlein, welches bereits im Jahr 1680 urkundlich erwähnt wurde. Ganz so alt wie die Kirche ist unser Birnbaum wahrlich nicht, aber sein knorriges und rissiges Erscheinungsbild lässt durchaus auf ein beträchtliches Alter von über 100 Jahren schließen. In den Astlöchern und Baumhöhlen finden viele Tiere Unterschlupf und Wohnstätte. So hat sich in diesem Jahr ein wilder Bienenschwarm in seinem Stamm eingenistet.
„Gemeinde-Obstanger“ und öffentliche „Entdecker-Streuobstwiesen“
Im Zuge unseres Projektes entstehen in verschiedenen Gemeinden unseres Landkreises „Gemeinde-Obstanger“ sowie öffentlich zugängliche „Entdecker-Streuobstwiesen“ mit landkreistypischen und klassischen Streuobstsorten. Hier könnt Ihr die Streuobstwiese erleben und über unsere Sortenschilder und Infotafeln vieles über diesen spannenden Lebensraum erfahren.
Schaut doch mal vorbei!

Gemeinde-Obstanger Gemeinde Schwindegg
aktuell in Planung – Umsetzung im Herbst 2026

Gemeinde-Obstanger Stadt Neumarkt-Sankt Veit
aktuell in Planung – Umsetzung im Herbst 2026

Gemeinde-Obstanger Markt Buchbach
aktuell in Planung – Umsetzung im Herbst 2026

Entdecker-Streuobstwiese Gallenbach, Taufkirchen

Am Biohof Häußler in Gallenbach, Gemeinde Taufkirchen, liegt unsere erste „Entdecker-Streuobstwiese„. Auf dem Hof von Hilarius Häußler findet ihr am Eselstall eine große Infotafel, die euch viel Spannendes über „unsere Streuobstwiese“ und eine sogenannte „Pflegeleichte Streuobstwiese“ verrät. Auf der anderen Straßenseite geht es dann in die öffentlich jederzeit zugängliche Streuobstwiese. Als Besonderheit findet ihr in dieser Streuobstwiese auch Wildobst wie Eberesche und Holunder. Jeder Baum wird mit einer kleinen Infotafel kurz beschrieben. Zusätzlich gibt es auf den Tafeln viele Tiere und Pflanzen zu entdecken, die in der Streuobstwiese ein Zuhause finden.
Schaut doch mal vorbei!
Die „Entdecker-Streuobstwiese“ ist übrigens ein großes Gemeinschaftsprojekt von LPV Mühldorf, BUND Naturschutz (Kreisgruppe Mühldorf) und Biohof Gallenbach (Familie Häußler) und wurde gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (Obstbäume), die Bioland Stiftung (Wildobst) und die Gerhard und Ellen Zeidler Stiftung (Infotafeln). Zusätzliche Unterstützung gab es von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) bei den Obstsortenbeschreibungen, Landschaftspflege im Kreis Kleve (LiKK e.V.) bei den QR-Codes der Sortenbeschreibungen und den Schülerinnen und Schülern der Staatlichen Berufsschule für Glas und Schmuck Kaufbeuren-Neugablonz, die die Sortenschilder angefertigt haben.
Streuobstsortenliste für den Landkreis Mühldorf
Bis 2028 werden wir für euch eine Sortenliste landkreistypischer und für unseren Landkreis geeigneter Streuobstsorten zusammenstellen, die ihr euch dann hier herunter laden könnt.

















