
Das Isental und seine Feuchtgebiete
Das Isental war ursprünglich eine offene Landschaft mit Niedermooren und blüten- und insektenreichen Feuchtwiesen. Zu dieser Zeit fanden sich im Gebiet eine Vielzahl an Vogelarten, darunter Wiesenbrüterarten wie der Großer Brachvogel, der Kiebitz oder die Bekassine. Auch andere seltene Tier- und Pflanzenarten konnten sich in diesem Gebiet niederlassen und verbreiten.
Durch eine Nutzungsintensivierung des Gebietes, einhergehend mit einer zunehmenden Entwässerung in den vergangenen Jahrzehnten, verschwanden immer mehr dieser seltenen und wertvollen Lebensräume mit ihren typischen Arten.

Schlangen-Knöterich (Bistorta officinalis)
Die Trägergemeinschaft
Für das Gemeinschaftsprojekt „FOKUS Natur.Vielfalt.Isental“ gründeten die Gemeinden Lengdorf, Schwindegg, Obertaufkirchen und Rattenkirchen, die Stadt Dorfen, die Wildland-Stiftung Bayern sowie der Landschaftspflegeverband Mühldorf a. Inn im September 2024 eine Trägergemeinschaft.
Die Projektkoordination liegt beim
Landschaftspflegeverband Mühldorf a. Inn e.V. .

Bei der Unterzeichnung der Trägervereinbarung im September 2024
1. Reihe von links nach rechts: Landrat Max Heimerl (1. Vorsitzender LPV Mühldorf), Heinz Grundner (1. Bgm. Stadt Dorfen), Markus Landsmann (Stiftungsrat Wildland-Stiftung Bayern)
2. Reihe von links nach rechts: Franz Ehgartner (1. Bgm. Gemeinde Obertaufkirchen), Roland Kamhuber (1. Bgm. Gemeinde Schwindegg), Michéle Forstmaier (1. Bgm. Gemeinde Lengdorf), Monika Kurz (Projektleitung LPV Mühldorf), Hermann Bauer (2. Bgm. Gemeinde Rattenkirchen), Kreisobmann Ulrich Niederschweiberer (BBV Mühldorf)
Das Projektgebiet
Das Projektgebiet erstreckt sich von Lengdorf im Westen bis nach Rattenkirchen im Osten, entlang der Isen. Schwerpunktgebiete sind dabei das Niedergeislbachtal, das Wiesenbrütergebiet bei Embach, die Feuchtwiesen südlich von Oberdorfen, das Dorfener Moos, das Wilde Moos, die Wöhrmühlwiesen und das Thalhamer Moos.

Der FOKUS –
wie es im Projektnamen heißt, liegt auf der Natur und Vielfalt entlang der Isen.
Viele seltene Pflanzen- und Tierarten sind auf ganz bestimmte Standorte bzw. Lebensräume angewiesen, so auch die Arten der Feuchtlebensräume. Gehen diese speziellen Lebensräume durch eine zu intensive Nutzung oder auch durch die Aufgabe der traditionellen, extensiven Nutzung verloren, verlieren zahlreiche Arten ihre Lebensgrundlage und verschwinden so nach und nach aus unserer Landschaft. Für eine intakte Kulturlandschaft muss diesem Lebensraum- und Artenverlust entgegengewirkt werden.
Die fachlichen Ziele des Projektes sind deshalb die Wiederherstellung und der Erhalt von:
- Streu- und Nasswiesen,
- Klein- und Großseggenrieden,
- artenreichen Feuchtgrünland,
- feuchten Hochstaudenfluren,
- Gewässern und
- Gräben mit typischer Begleitvegetation.
Einzelne Zielarten, die durch den Lebensraumerhalt gefördert werden, sind äußerst selten, so z.B. die Bekassine, die Sumpf-Heidelibelle, der Randring-Perlmuttfalter , der Wiesenknopf-Ameisenbläuling oder die Trollblume, der Kriechende Sellerie und das Breitblättrige Knabenkraut.

Bekassine (Gallinago gallinago, RLB 1)

Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Phengaris nausithous, RLB V)
auf Großem Wiesenknopf
Die Schwerpunkte der Umsetzung liegen auf:
- der Artanreicherung von Wiesen zur Verbreitung heimischer Charakterpflanzenarten des Isentals
- dem Aufbau von extensiven Weideflächen zum Ausbau der Strukturvielfalt
- der Umgestaltung ehemaliger Torfstiche zur Wiederherstellung wertvoller aquatischer Lebensräume
- der Ausbau einer angepassten, naturverträglichen Grabenbewirtschaftung zur Entwicklung hochwertiger Grabenstrukturen
Diese Maßnahmen sollen wertvolle Lebensräume für die heimische Flora und Fauna wiederherstellen oder erhalten.
Aktionen für und gemeinsam mit Euch
Über unsere intensive Öffentlichkeitsarbeit und verschiedene Aktionen wollen wir euch in unser Projekt mit einbeziehen.
Wie bieten euch z.B. jährliche Landschaftspflege-Tage, bei denen ihr selbst für den Natur- und Artenschutz im Isental aktiv werden könnt, oder Landschaftsführungen durchs Isental mit Einblicken in die Artenvielfalt des Isentals und den Maßnahmen, die wir zu dessen Schutz und Erhalt durchführen.
In kürze findet ihr, über das Isental verteilt, insgesamt 10 interaktive Informationstafeln, über die ihr viel Interessantes und Spannendes über das Isental und seine Pflanzen und Lebewesen erfahren könnt.
Für unsere in der Landschaftspflege engagierten Landwirtinnen und Landwirte haben wir ein Feldhandbuch mit Pflanzensteckbriefen charakteristischer Pflanzenarten des Isentals zusammengestellt, als Hilfestellung bei der Ansprache typischer Isentalpflanzen vor Ort und somit bei der Umsetzung der Pflege .
Und aus unserem diesjährigen Fotowettbewerb erstellen wir einen Fotokalender für das Jahr 2027.
Die Siegerfotos des Fotwettbewerbs findet ihr hier.
Gemeinsam und freiwillig
Das Prinzip des Projektes beruht auf der freiwilligen Zusammenarbeit.
Alle Maßnahmen sind ein freiwilliges und kostenloses Angebot für Landwirt/innen und Eigentümer/innen. Die Kosten werden über Projektmittel abgedeckt. Bei der Maßnahmenumsetzung soll auf dieser Basis vertrauensvoll mit Landwirt/innen, Eigentümer/innen, Behörden, Natrsutzverbänden und der Bevölkerung zusammengearbeitet werden.
Bei Interesse zur Maßnahmenumsetzung, Bereitschaft zur Mitarbeit, Fragen oder unverbindlichen Beratungsbedarf wendet euch bitte an die Projektbetreuung bei der Geschäftsstelle des LPV Mühldorf wenden.

Europäische Trollblume (Trollius europaeus, RLB 3)
Kontakt
Franziska Gäch
Telefon: 08631 699 865
Mobil: 0151 5309 1596
E-Mail: f.gaech@lpv-muehldorf.de
Die Pflegemaßnahmen werden als LNPR-Projekt
mit einer 90 %igen Förderung durch den Freistaat Bayern gefördert.
Im Rahmen der Landschaftspflege- und Naturpark-Richtlinien (LNPR) werden insbesondere
Maßnahmen zur Pflege, Wiederherstellung und Neuschaffung ökologisch wertvoller Lebensräume gefördert.


